Was ist ein Schwangerschaftsfrühtest?

„Bin ich schwanger?“

Diese Frage beschäftigt viele Paare, die sich sehnlichst ein Kind wünschen und jeden Monat gespannt darauf warten, ob es diesmal geklappt hat. Aber auch Frauen, die eine ungewollte Befruchtung befürchten, warten oft angespannt auf das Einsetzen der Monatsblutung.
Doch diese Wochen der Ungewissheit können eine lange Zeit sein. Denn Gefühle wie Hoffnung, Vorfreude oder auch Angst führen häufig zu Stress und man wünscht sich so schnell wie möglich Klarheit. Kein Wunder also, dass es vielen schwer fällt, so lange zu warten.
Für besonders Ungeduldige bieten verschiedene Hersteller den Schwangerschaftsfrühtest an.
Dieser Urintest kann schon wenige Tage (je nach mIU/ml) nach einer eventuellen Befruchtung ganz einfach und schnell zu Hause durchgeführt werden. Er weist schon eine geringe Menge (oft bereits ab 10 mIU/ml) des Schwangerschaftshormons HCG im Urin nach.
Der Schwangerschaftsfrühtest gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Einige Hersteller bieten mittlerweile sogar Schwangerschaftsfrühtests mit Wochenbestimmung an.

Schwangerschaftsfrühtest / Schwangerschaftstest mit Wochenbestimmung

Der Schwangerschaftstest mit Wochenbestimmung zeigt nicht nur an, ob eine Schwangerschaft vorliegt oder nicht, sondern auch, in welcher Schwangerschaftswoche man sich befindet. Denn im Gegensatz zu den anderen Tests erkennt er nicht nur, ob das Schwangerschaftshormon hCG im urin vorhanden ist, sondern misst die genaue Konzentration.

Unterschied Schwangerschaftsfrühtest – Schwangerschaftstest

Ein Schwangerschaftsfrühtest und ein Schwangerschaftstest funktionieren auf die gleiche Weise. Sie messen die Konzentration des Schwangerschaftshormons hCG im Urin. Der Unterschied zwischen einem Schwangerschaftstest und einem Schwangerschaftsfrühtest liegt in der Sensibilität der zu erkennenden hCG-Menge. Während gewöhnliche Tests meist erst eine hCG-Konzentration von 25 mlU/ml erkennen können, nimmt ein Frühtest oft schon eine geringste Menge des Hormons wahr. Je nach Hersteller reagiert ein Schwangerschaftsfrühtest schon bei 10 mlU/ml hCG im Urin und kann somit wesentlich eher als ein herkömmlicher Schwangerschaftstest angewendet werden.

Schwangerschaftsfrühtest – wie funktioniert er?

Ein Schwangerschaftsfrühtest reagiert – ebenso wie ein Schwangerschaftstest – auf eine angestiegene Konzentration des Hormons hCG (humane Choriongonadotropin). Dieses Hormon ist für die Schwangerschaftserhaltung verantwortlich.
Bei Nicht-Schwangeren Personen liegt der hCG-Normwert bei einer Konzentration von unter 5 mIU/ml im Blut. Aber auch im Urin ist das Hormon – allerdings in geringerer Konzentration – nachweisbar.

Nistet sich nun eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter ein, steigt dieser Wert nach einigen Tagen rasch an und signalisiert dem Körper somit eine vorhandene Schwangerschaft. Etwa bis zur 10./12. Schwangerschaftswoche steigt die hCG-Menge im Körper fast täglich um das Doppelte an und erreicht ein Maximum von bis zu 200.000 mIU/ml. Bereits sieben Tage nach der Befruchtung kann das Hormon durch einen Frühtest nachgewiesen werden. Hierfür wird der Testbereich des Schwangerschaftstests mit Urin getränkt. Das eventuell vorhandene hCG gelangt an die Membran, wodurch die Farbe aktiviert wird, die ein positives Testergebnis anzeigt.

Schwangerschaftsfrühtest – wann anwendbar?

Anders als gängige Tests, die frühestens am ersten Tag nach Ausbleiben der Monatsblutung angewandt werden können, kann ein Frühtest bereits einige Tage zuvor durchgeführt werden. Je nach mlU/ml kann er schon bis zu fünf Tage vor der erwarteten Periode eine Schwangerschaft anzeigen. Die mlU/ml-Angabe des Schwangerschaftsfrühtests gibt an, welche hCG-Konzentration der Test erkennen kann. Je niedriger die Zahl auf der Packung ist, desto eher kann er also angewendet werden.

Schwangerschaftsfrühtest – wo kaufen?

Eine Vielzahl von Herstellern bietet mittlerweile Schwangerschaftsfrühtests / Schwangerschaftstests an. Diese sind nicht nur in Apotheken und gut sortierten Drogeriemärkten erhältlich, sondern können auch einfach und bequem – meist zu einem günstigeren Preis – im Internet bestellt werden.
Der Onlinekauf bietet nicht nur den Vorteil einer größeren Produktauswahl, sondern auch die Möglichkeit, sich anhand von Erfahrungen und Bewertungen anderer Käufer über ein Produkt zu informieren.

Was kostet ein Schwangerschaftsfrühtest?

Je nach Hersteller, enthaltener Teststreifen und Art des Tests (digital, mit Wochenbestimmung etc.) variieren die Preise für einen Schwangerschaftsfrühtest ungefähr zwischen 4,- und 15,- Euro.

Anwendung Schwangerschaftsfrühtest / Schwangerschaftstest

Wie wendet man einen Schwangerschaftsfrühtest / Schwangerschaftstest richtig an? Diese Urintests sind schnell und einfach zu Hause durchführbar. Um ein bestmögliches Ergebnis zu erhalten, sollte speziell der Frühtest mit Morgenurin durchgeführt werden, da dieser die höchste hCG-Konzentration enthält.

Man benötigt:
1 Schwangerschaftsfrühtest / Schwangerschaftstest
Uhr bzw. Timer
evtl. Gefäß aus Plastik oder Glas

Vorbereitung:
Zwar ist die Durchführung bei allen Tests sehr ähnlich, kann sich aber je nach Hersteller und Art des Tests leicht unterscheiden. Daher sollte man sich vor Durchführung den Beipackzettel sorgfältig durchlesen.

Test aus der Verpackung nehmen und Schutzkappe entfernen (Achtung: Nun muss das Teststäbchen auch verwendet werden und darf nicht für einen späteren Gebrauch aufbewahrt werden)

Durchführung:
die saugfähige Testspitze nach unten halten und für mindestens 5-10 Sekunden (s. Beipackzettel) in den Urinstrahl halten.
Wer den Test nicht direkt im Urinstrahl anwenden möchte, kann den Urin in einem sauberen, trockenen Glas- oder Plastikbehälter auffangen und die Testspitze für die angegebene Zeit in die Urinprobe tauchen.
Schutzkappe wieder aufsetzen
Test auf eine flache Oberfläche legen
2-5 Minuten (s. Beipackzettel) warten
Ergebnis ablesen (Achtung: Das richtige Ergebnis ist nur 10 Minuten sichtbar. Spätere Änderungen im Ergebnisfenster sind bedeutungslos)

Ergebnisanzeige Schwangerschaftsfrühtest

Je nach Hersteller und Produkt unterscheiden sich die Ergebnisfenster und die angezeigten Symbole. In der beigefügten Anleitung des genutzten Tests sind die möglichen Ergebnisanzeigen und ihre Bedeutung genau erklärt.
Häufig werden farbige Streifen oder die Symbole + und – angezeigt. Noch bevor das Ergebnis sichtbar ist bildet sich – unabhängig vom Ergebnis – eine Kontrolllinie. Diese zeigt an, dass der Test funktioniert hat. Sollte diese nicht erscheinen, muss der Test wiederholt werden.

Digitaler Schwangerschaftstest / Frühtest – Ergebnisanzeige

Bei digitalen Tests erscheint im Display die Anzeige „Schwanger“ oder „Nicht Schwanger“. Wird keines der beiden Ergebnisse angezeigt, liegt ein Testfehler vor und der Test muss wiederholt werden.

Schwangerschaftsfrühtest – wie sicher ist er?

Immer wieder gibt es Frauen, bei denen der Frühtest ein negatives Testergebnis anzeigte, obwohl eine Schwangerschaft bestand. Wie ist das möglich?

Meist liegt die Ursache hierfür bei einer noch zu geringen hCG-Konzentration im Urin.
Liegt die hCG-Empfindlichkeit des genutzten Tests beispielsweise bei 12 mIU/ml, der im Urin vorhandene Wert aber erst bei 9 mIU/ml, zeigt der Test „negativ“ an, da er diesen Wert noch nicht erfassen kann. Nicht bei allen Frauen steigt die hCG-Produktion gleich schnell an. Daher empfiehlt es sich, bei einem negativen Ergebnis einige Tage später einen weiteren Schwangerschaftsfrühtest durchzuführen.
Aber auch übermäßiges Trinken vor Durchführung des Tests kann zu einem verminderten hCG-Wert im Urin führen.

Weitere mögliche Ursachen für ein falsches negatives Testergebnis:

– die Schwangerschaft ist bereits in einem Stadium, in dem der hCG-Spiegel wieder sinkt
– hohe Anzahl von Bakterien im Blut
– falsche Anwendung
– Test / Teststreifen falsch gelagert
– Haltbarkeitsdatum des Tests war überschritten

Schwangerschaftstest positiv

Bei einem positiven Testergebnis kann man mit ziemlicher Sicherheit von einer vorhandenen Schwangerschaft ausgehen.
Jedoch sollte bedacht werden, dass es – vor allem in der frühen Phase – oft zu Komplikationen kommen kann. So kann es beispielsweise passieren, dass die eingenistete Eizelle sich (z.B. aufgrund einer Fehlbildung) nicht weiterentwickelt und und mit einer verspäteten Periode abgestoßen wird (Frühabort), ohne dass die Frau überhaupt etwas von der Schwangerschaft bemerkte. Dies ist leider keine Seltenheit – ca. jede vierte Schwangerschaften endet mit einem spontanen Schwangerschaftsverlust in der Frühschwangerschaft.
Danach sinkt die hCG-Produktion sehr schnell wieder und ein weiterer Test zu einem späteren Zeitpunkt wird wieder negativ ausfallen.

Testergebnis falsch positiv

In sehr seltenen Fällen kann ein Schwangerschaftstest auch ein positives (schwanger) Ergebnis anzeigen, obwohl keine Schwangerschaft besteht. Mögliche Ursachen für ein falsch-positives Ergebnis trotz richtiger Durchführung des Tests können sein:
– Einnahme von Medikamenten, die hCG enthalten (z.B. Fruchtbarkeitsmedikamente)-
– Eileiterschwangerschaft
– Menopause
– hormonproduzierende Tumore oder Zysten
– Produktionsfehler

Unabhängig vom Ergebnis ist es daher auf jeden Fall ratsam, einige Tage später einen zweiten Test durchzuführen um Gewissheit zu haben.
Im Zweifelsfall bringt der Besuch beim Gynäkologen Klarheit.